SV Dessau 05

Kaffee aus der 05-Tasse

Björn Reinhardt, 24.05.2018

Kaffee aus der 05-Tasse

Caroline Hildebrand spielt für den Magdeburger FFC und kann mit ihrer Mannschaft den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Dort spielte sie bereits und da möchte sie mit den Magdeburgerinnen auch wieder hin. Bei den B-Juniorinnen war sie bereits in der höchsten deutschen Spielklasse aktiv. Wir haben mit der 20-Jährigen Defensivallrounderin über die aktuelle Situation im Unterhaus des Frauenfußballs, über das Duell gegen Ex-Nullfünferin Nina Schuster und ihre Vergangenheit beim SV Dessau 05 gesprochen.

 

Hallo Caro, eine anstrengende Saison liegt nun hinter dir. Mit deiner Mannschaft musstest du am letzten Spieltag die bittere Niederlage gegen Union Berlin hinnehmen. Damit war der Titel in der Regionalliga Nordost dann leider futsch. Wie lautet dein Saisonfazit?

Wir haben eine super Saison gespielt und sind als Team auch richtig gut zusammengewachsen. Die Niederlage am letzten Spieltag war natürlich bitter. Es war bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen und ein wahrhaftes Endspiel. Die mangelhafte Chancenverwertung hat uns das Genick gebrochen und am Ende haben wir das Spiel durch ein unglückliches Eigentor verloren. Aber den Titel hätten wir schon früher klarmachen können. Ein Formtief Anfang April brachte uns eine Niederlage gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner ein. Mit den damals verlorenen Punkten wären wir vor dem letzten Spieltag schon durch gewesen. Nun sind wir im dritten Jahr in Folge „nur“ Vizemeister geworden.

Trotzdem habt ihr euch für die Aufstiegsspiele qualifizieren können. Wie ist das möglich?

Der Fußballgott meinte es gut mit uns. Aus der Regionalliga Nord hat sich keine Mannschaft für die Teilnahme an der Relegation gemeldet. Damit konnten wir uns als bestes zweitplatziertes Team innerhalb der Regionalligen für die Aufstiegsrunde qualifizieren.

Wie laufen die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga ab?

Gespielt wird in zwei Gruppen mit jeweils drei Teilnehmern aus den Regionalligen und einem Teilnehmer aus der 2. Bundesliga. Wir treffen in Gruppe 2 erneut auf Union Berlin, sowie die Bundesligareserve der SGS Essen und den Ladies vom VfL Sindelfingen. Beide Gruppensieger steigen in die 2. Liga auf oder können die Klasse halten.

Wenn man die Nord- und Süd-Staffel in der 2. Bundesliga sieht, dann stellt man zunächst fest, dass jeweils die halbe Liga absteigt. Das scheint, als würde es in der kommenden Saison eine große Veränderung im Frauenfußball geben.

Ja, die 2. Liga wird eingleisig und zukünftig bundesweit ausgespielt. Die Trennung in Nord- und Süd-Staffel fällt weg.

Was erwartest du von den Relegationsspielen?

Nach dem Spiel gegen Union Berlin denke ich, dass wir uns in der Relegation nicht verstecken brauchen. Das war zum Saisonabschluss nochmal ein richtig gutes Spiel. Ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen, doch leider hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite.

Mit Nina Schuster ist eine ehemalige Mannschaftskameradin, die ebenfalls auf eine Vergangenheit beim SV Dessau 05 zurückblicken kann, vor der aktuellen Saison zum Regionalligakonkurrenten RB Leipzig gewechselt. Wie waren beide Spiele gegeneinander?

Für uns liefen diese Spiele ganz gut. Wir konnten beide Spiele deutlich für uns entscheiden. Es waren gute Spiele, jedoch hatte RB keine Lösungen und wir haben unsere Möglichkeiten optimal ausgenutzt.

Mit Nina habe ich lange zusammen gespielt. Aufgrund ihres Studiums ist sie dann aber nach Leipzig gewechselt. Auf das Spiel selber hatte das jedoch keinen Einfluss. Auf dem Platz sind wir Gegnerinnen und als Fußballerin möchte ich mit meiner Mannschaft natürlich jedes Spiel gewinnen.

Wenn man dir in den sozialen Medien folgt, fällt natürlich auf, dass es den morgendlichen Kaffee immer aus der Tasse vom SV Dessau 05 gibt. Wie ist deine Verbindung zum Verein aus dem Schillerpark?

Das ist meine Lieblingstasse. Da schmeckt der Kaffee natürlich besonders gut.

Der SV Dessau 05 ist mein Heimatverein. Ich habe im Frühjahr 2006 unter Holger Horn bei den F-Junioren mit dem Fußballspielen angefangen. Weitere Trainer waren unter anderem Nico Hinsche, Lars Richter, Matthias Tretschock und Ulf Schuster, der ja inzwischen Vereinspräsident ist. Ich bin dem Verein und meinen ehemaligen Trainern sehr dankbar, da ich hier meine Grundlagen im Fußball erlernt habe. Die Zeit hat mich geprägt und zu der Spielerin gemacht, die ich heute bin. Ich bin heute noch froh darüber, dass ich mich dort für das Sportgymnasium in Magdeburg empfehlen konnte. 2010 folgte dann der Wechsel zum Magdeburger FFC.

Außerdem verfolge ich auch noch immer mit Spannung die Aktivitäten des Vereins und drücke vor allem der ersten Mannschaft die Daumen. Wann immer es meine Zeit zulässt, besuche ich zudem die Verbandsligaspiele im Stadion am Schillerpark.

Wie geht es weiter in Magdeburg?

Wir spielen jetzt erstmal die Relegation und stehen zudem noch im Landespokal. Hier kommt es im Halbfinale zur Wiederholung des letztjährigen Finals gegen Besiegdas Magdeburg. Sollten wir das Spiel für uns entscheiden, haben wir im Finale die Möglichkeit unseren Titel gegen Blau-Weiß Dölau zu verteidigen.


Quelle:Foto: sportblog-md.com


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