SV Dessau 05

Heute vor 70 Jahren - Die BSG zieht ins Finale ein

Björn Reinhardt, 14.08.2019

Heute vor 70 Jahren - Die BSG zieht ins Finale ein

Auf der Rückfahrt aus Leipzig kannte die Euphorie keine Grenzen. Die BSG Waggonfabrik Dessau hatte sich gerade in Leipzig mit 2:0 gegen die BSG Carl-Zeiss Jena durchsetzen können und zog damit in das erstmals ausgetragene Finale des FDGB-Pokals ein. Und nicht nur das: Der Finaleinzug galt auch als Qualifikation für die neu gegründete DS-Liga. In der Ostzone sollte es eine neue, das komplette Gebiet umfassende Spielklasse geben. Nur die besten Vereine sollten für jene Liga eine Spielberechtigung erhalten. Die BSG Waggonfabrik Dessau gehörte nach dem Erfolg im Halbfinale zu eben jenen Clubs und war damit Gründungsmitglied eines Wettbewerbs, der später unter dem Namen DDR-Oberliga in die Geschichte eingehen sollte.

Die Rückfahrt der Mannschaft, sowie der Fans sollte zu einer Demonstration des bis dato größten Erfolgs in der Vereinsgeschichte werden. LKW und Bus rollten mit dem Schriftzug "Dessau spielt Oberliga" und "Wir sind im Endspiel" über die Autobahn, welche heute als A9 bekannt ist, zurück nach Dessau.

 

Welzel und Kersten treffen

Auf dem Platz von Lindenau-Hafen, der heutigen Heimat der SpVgg Leipzig, überließen die offensivstarken Muldestädter den Jenaer Kickern kaum Platz für Entlastungsangriffe. Werner Welzel und Rudolf Kersten sorgten in einem einseitigen Spiel für die Treffer der Waggonbauer. Die Mannschaft der BSG Waggonfabrik Dessau stand damit nach einem hochverdienten Sieg im Finale. Dort wartete bereits die BSG Gera-Süd. Die Thüringer hatten sich am Tag zuvor mit 1:0 gegen Horch Zwickau durchsetzen können.