
Etwas bedröppelt standen unsere Jungs vor dem eigenen Block und holten sich den hoch verdienten Applaus Ihrer Mamas, Papas, Freunde und 05-Fans ab. Einige Füße machten auf dem Weg dorthin, nach aufopferungsvollem Kampf, Bekanntschaft mit der Bande. Tränen konnten nicht ganz zurückgehalten werden. Und dennoch hat sich unser Team nicht viel vorzuwerfen.
Die Ergebnisse sehen deutlicher aus, als die Spiele letztendlich waren. Besonders der spielerische Ansatz, der bereits im Vorbereitungsturnier zu sehen – und zu viel Anerkennung führte – zog sich auch durch die Spiele des Juniors Cups.
Unser Torhüter – sonst gar nicht im Tor zu Hause – zeigte seine Erfahrung auf dem Feld und strahlte eine unfassbare Ruhe. Er war damit nicht nur als Torhüter, sondern auch als Aufbauspieler ein sicherer Rückhalt seines Teams. Etwas Mut und ein Quäntchen Glück, fehlte um wirklich gefährlich vor das Tor der Niederländer zu kommen. Defensiv hatte unser Team viel im Griff. Die Jungs warfen alles in jeden Zweikampf – und dennoch: bei solch Qualität beim Gegner wurde kleine Fehler eiskalt bestraft.
Das beste Spiel folgte anschließend gegen Union Berlin, die erst im Halbfinale gegen Hertha gestoppt wurden. Hier schnupperte man am ehesten an der Sensation. Wieder ein unnötiges Gegentor zum 0:1. Diesmal nahm man aber allen Mut zusammen und tauchte immer wieder gefährlich vor dem Unioner Tor auf. Folgerichtig machte Pepe, der später ins Allstar Team berufen wurde, den viel umjubelten 1:1 Ausgleich. Jetzt dranbleiben – das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können. Aber wieder: ein kleiner Fehler im Aufbau und schon, mussten wir erneut einen Rückstand hinterherlaufen. Das dritte Tor der Berliner kurz vor Schluss war lediglich Ergebniskosmetik, als unsere Mannschaft hinten aufmachen musste.
Gegen Hannover 96 spielte man an diesem Tag gegen den stärksten Gegner. Dem Tempo und der Dynamik der Niedersachen ließ uns kaum aus der eigenen Hälfte. Bemerkenswert: Unsere Schillerpark-Kicker ließen sich auch unter höchstem Druck nicht von Ihrer spielerischen Linie abbringen. Aufgrund der Ergebnisse in den anderen Spielen hätten im letzten Spiel gegen Dynamo Dresden ein hoher Sieg hergemusst, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. Unser Gegner legte allerdings los, wie die Feuerwehr: Schnell stand es 0:2 und der Traum vom Sieg gegen die vermutlich größte Mannschaft der Region zerplatzte, bevor wir richtig in dem Spiel angekommen waren. Nach dem schnellen Rückstand hätte das Ergebnis auch richtig böse ausfallen können. Allerdings kam unser Team mit richtig viel Moral zurück ins Spiel und kam sogar zu eigenen Torchancen. Ein letzter Torjubel wäre nicht nur drin, sondern auch hoch verdient gewesen.
Die Enttäuschung war verständlich: Am Sonntag nochmal aufzudribbeln war das klare Ziel. Nach den 4 Spielen müssen wir unseren Gegnern jedoch zugestehen, dass wir mit dem Zugeständnis des Veranstalters mit einem MIX Team aus U11 und U12, den körperlichen und dynamischen Vorteilen der Nachwuchsleistungszentren zwar viel entgegensetzen konnten, aber diese nicht ganz wett machen konnten. Die Grenzen nach oben durften wir erleben – die Grenzen nach oben wollen wir selbst auch weiter verschieben. Eine Lehre, die unsere Mannschaft aus diesen Tag mitnehmen kann.
Anschließend war das Wochenende längst nicht beendet. Mit unseren Gegnern aus Rotterdam und Hannover ging es gemeinsam in den Abend. Die Konsolen glühten und die Pizzaofen der hiesigen Lieferanten, wenn man den zahlreichen Bildern glauben darf ebenso. Vielen Dank an Anhalt Sport für diese großartige Erfahrung. Glückwunsch and en Turniersieger aus Dortmund und den DSV97, die mit dem Halbfinaleinzug eine herausragende Leistung abgeliefert haben. Danke an unseren Partner Anhalt Sport e.V. für die Organisation des Cups.
von Benjamin Summers

