ed362f86-2ade-4567-88de-034f38ad03f3

 Der SV Dessau 05 setzt sich mit 3:1 (1:1) beim 1. FC Bitterfeld-Wolfen durch.

Wie schnell sich im Fußball das Blatt wenden kann, bekam der 1. FC Bitterfeld-Wolfen am Freitagabend im heimischen Jahnstadion deutlich vor Augen geführt. Im Regionalduell unterlag das Team dem Rivalen SV Dessau 05 mit 1:3.

Noch vor rund einem halben Jahr war die Situation genau andersherum: Damals siegte Bitterfeld-Wolfen im Dessauer Schillerpark knapp mit 1:0, feierte ausgelassen und kommentierte den Erfolg augenzwinkernd in den sozialen Medien. Man habe „erst das Talent Nick Bauer aus dem Schillerpark geholt und anschließend noch drei Punkte mitgenommen“, hieß es dort. Auch der Satz „Das hat richtig Spaß gemacht, die Dessauer entwickeln sich langsam zu unserem Lieblingsgegner“ blieb in Erinnerung. An eine mögliche Revanche dachte in diesem Moment offenbar niemand.

Diesmal jedoch hatten die Dessauer das bessere Ende für sich. Ob der Sieg verdient war oder nicht, spielte nach dem Abpfiff kaum noch eine Rolle. „Wir hatten das nötige Glück auf unserer Seite. Trotzdem muss man sagen, dass BiWo vor allem im ersten Durchgang das Spiel bestimmt hat“, erklärte Dessaus Abwehrspieler Alex Zoblofsky fair.

Trotz der Überlegenheit der Gastgeber gingen die Gäste früh in Führung: In der 16. Minute traf Elia Friebe zur überraschenden Führung. Der 23-Jährige blieb auch im weiteren Spielverlauf ein ständiger Unruheherd. Nach etwa einer halben Stunde gelang Tom Gründling der längst fällige Ausgleich, und vieles sprach nun für die Hausherren. Mit einem eher glücklichen Unentschieden rettete sich Dessau in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel setzte Dessaus Trainer Dimitrios Mitsis mit drei Wechseln neue Impulse. „Die Einwechslungen haben uns spürbar belebt und gezeigt, dass wir als Mannschaft funktionieren. Es entwickelte sich zunehmend ein Duell auf Augenhöhe“, meinte Routinier Benny Girke nach dem Spiel. Lange blieb die Partie offen, ehe in der 79. Minute ein Freistoß die Entscheidung einleitete: Friebe traf aus rund 20 Metern – noch leicht abgefälscht – zum 2:1. Kurz darauf folgte ein schneller Konter über die rechte Seite, bei dem Friebe als Vorbereiter glänzte und Tobias Berndt zum 3:1 vollendete.

Beinahe wäre es noch einmal spannend geworden: Nur zwei Minuten später krachte ein Schuss von Marcio Pälchen an die Latte. Wäre dieser Versuch im Tor gelandet, hätte das Spiel möglicherweise noch eine überraschende Wendung genommen.

Niklas Mieth resümierte: “Man muss schon sagen, dass wir gerade im ersten Durchgang Glück hatten und auch nicht wirklich ins Spiel kamen. Für uns war es sehr gut, dass wir mit dem 1:1 in die Kabine gekommen sind. Im zweiten Durchgang aber haben wir eigentlich keine große Chance mehr zugelassen, standen präsenter. Auch wieder mit dem Glück des Tüchtigen fällt dann dieser Freistoß von Braco zum 2:1 ins Netz. Aber der 80. Minute waren wir dann besser. Bis dahin hatte BiWo spielerische Vorteile und hat vieles gut gemacht. Wir kamen nicht so rein, wie wir uns das gewünscht haben. Und doch steht am Ende ein 3:1 für uns auf der Tafel und das ist was zählt.”

SV Dessau 05: Becker – Biriuk, Zoblofsky, Mieth (46. Werthmann), Lübke (79. Schultz), Friebe, Baumgart (46. Horvath), Girke (46. Pälchen), Berndt, Stelmak (60. von Zansen), Barabasch