Der SV Dessau 05 gewinnt sein Heimspiel gegen den SC Bernburg durch ein Last-Minute-Tor trotz zweimaligen Rückstands mit 3:2 (1:1).
Nur wenig Zeit bleibt den Verbandsligafußballern des SV Dessau 05 für die Regeneration. Bereits am Mittwochabend stehen sie bei Blau-Weiß Zorbau nach ihrem Last-Minute-Erfolg vom Samstag über den SC Bernburg erneut auf dem Platz.
„In der Liga hat jeder Gegner Qualität, deshalb darf keine Mannschaft unterschätzt werden.“ Dies ist der Standardsatz von Dimitrios Mitsis, dem Trainer des SV Dessau 05, vor jedem Spiel. So auch am Samstagnachmittag vor der Verbandsligapartie seiner Mannschaft im Stadion am Schillerpark vor 125 Zuschauern gegen den SC Bernburg. Die Gastgeber, als Tabellenzweiter in der Position des Favoriten, hatten allerdings im Laufe der Saison mit Teams aus dem unteren Drittel des Tabloids immer wieder Probleme. Einige Male schon haben sich die Nullfünfer in dieser Saison das Leben selbst schwer gemacht.
Die Bernburger, auf Rang 14 platziert, hatten in diesem Spiel nichts zu verlieren und genau so traten sie auf. Obwohl die Platzherren von der ersten Minute an optisch überlegen agierten, gingen die Gäste aus der Bernburger Sparkassen-Arena nach einer halben Stunde Spielzeit durch Nils Fahrland, nach einem kapitalen Abwehrfehler, mit 1:0 in Führung. Sie hatten damit den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf gestellt.
Allerdings in dieser Situation sehr wichtig, die Gastgeber blieben bei ihrer Linie und hatten acht Minuten später die Antwort parat. Urgestein Lukas Lübke erzielte per Distanzschuss den verdienten Ausgleich zum 1:1. So ging es in die Pause.
Fast identisch der Spielverlauf im zweiten Durchgang. Die Elf aus dem Dessauer Norden wollte schnell für klare Verhältnisse sorgen, die Bernburger dagegen wehrten sich, standen tief und versuchten mit Konterangriffen zum Erfolg zu kommen. Dabei stand ihnen auch noch das Glück zur Seite. Eine Kopfballabwehr von Irvin Baumgart (55.) landete im eigenen Tor. Wieder war der SV Dessau 05 auf eigenem Gelände in Rückstand geraten, die Platzherren verstanden die Welt nicht mehr. Sie antworteten mit wütenden Angriffen.
„Wichtig bei diesem Spielstand, die Köpfe gingen nicht nach unten. Es waren weiter Wille und Leidenschaft da“, freute sich Trainer Mitsis darüber. Der griechische Übungsleiter wurde nicht enttäuscht. Als in der 64. Minute Torjäger Elia Friebe von Bernburgs Mannschaftskapitän Christian Chidera im Strafraum von den Beinen geholt wurde, zeigte Schiedsrichter Benedict Ohrdorf auf den Punkt. Zudem bestrafte der Unparteiische den Übeltäter mit einer Roten Karte. Niklas Mieth verwandelte den Elfmeter zum 2:2.
Ab sofort ging es am Samstagnachmittag nur noch in eine Richtung. Die Schwarz-Weißen wollten den Siegtreffer, doch es dauerte bis in die dritte Minute der Nachspielzeit, ehe sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnten. Der Ball wurde auf die rechte Seite zum zuvor eingewechselten Erik Schmitkamp gespielt. Der 24-Jährige flankte gefühlvoll in den Strafraum. Dort lauerte Friebe, der per Kopf verwandelte und mit seinem 26. Saisontreffer den 3:2-Endstand für die Nullfünfer herstellte.
„Ein verdienter Sieg, weil wir ruhig geblieben sind und damit das Spiel auf unsere Seite gezogen haben“, resümiert ein zufriedener Coach Dimitrios Mitsis. Der 37-jährige Grieche hofft nun, dass seine Mannschaft am Mittwochabend ab 18.30 Uhr das schwere Auswärtsspiel bei Blau-Weiß Zorbau genau mit der gleichen Intensität und Mentalität bestreiten wird. „Zorbau ist aber ein ganz anderes Kaliber“, warnt er und fügt hinzu, dass die Blau-Weißen besser unterwegs sind, als es ihr aktueller achter Tabellenplatz aussagt. „Vor allem zu Hause sind sie eine Macht“, sagt der Nullfünf-Trainer.
SV Dessau 05: Becker − Biriuk, Horvath, Mieth (80. Savri), Werthmann (73. von Zansen), Lübke, Sparfeld (46. Schultz), Friebe, Baumgart (57. Pälchen), Girke, Berndt (88. Schmitkamp)

