Der SV Dessau 05 und der VfB Merseburg haben zuletzt jeweils höherklassige Gegner ausgeschaltet. Nun treffen beide Vereine am Sonntag im Verbandsliga-Topspiel aufeinander.

Der Jubel über den Pokal-Coup gegen den favorisierten SSC Weißenfels ist verklungen, die nächste Aufgabe wartet bereits. Für Fußball-Verbandsligist SV Dessau 05 beginnt nach dem erfolgreichen Ausflug in den Landespokal am Sonntag an diesem Wochenende wieder der Liga-Alltag, der mindestens ebenso wichtig ist wie der Einzug ins Viertelfinale.

„Den Montag haben wir frei bekommen, aber schon am Dienstagabend wurde nach einer kurzen Auswertung wieder hart trainiert“, erklärte Moritz Singbeil. Der 24-Jährige ist im Sommer vom Oberligisten Einheit Wernigerode zum SV Dessau 05 gewechselt und hatte im Match gegen Weißenfels die Abwehr der Heimelf erfolgreich dirigiert. Aufgrund akuter Personalnot − die gesetzten Abwehrspieler Alex Zoblofsky und Sören Barabasch stehen verletzungsbedingt für längere Zeit nicht zur Verfügung − wurde Singbeil aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung beordert.

Diesen Positionswechsel hat er wie erwähnt gut hinbekommen. „Das war nicht neu für mich, diese Position habe ich auch schon in Wernigerode gespielt und es hat mir am Sonntag richtig Spaß gemacht“, sagt Singbeil, der trotz aller Euphorie und Freude über den Einzug in das Landespokal-Viertelfinale cool bleibt und konzentriert nach vorn blickt.

Der totale Fokus beim SV Dessau 05 gilt ab sofort dem Spiel am kommenden Sonntag. Dabei sind die Schwarz-Weißen als Tabellenfünfter ab 14 Uhr zu Gast beim Dritten VfB Merseburg. Und beide Teams haben im Pokal-Achtelfinale einen Oberligisten aus dem Rennen geworfen. Während die Dessauer Weißenfels ausschalteten, konnte sich Merseburg gegen den aktuellen Tabellenführer der NOFV-Oberliga Süd VfB Halberstadt behaupten. Auch in dieser Partie war richtig Feuer drin. Nachdem die Gäste ab der 25. Minute in Unterzahl waren, blieb es bis zur 65. Minute torlos. Dann ging der VfB in Führung und erhöhte sogar auf 2:0 (83.). Alles schien für Gastgeber zu laufen, dann konnten die Harzstädter innerhalb von 120 Sekunden ausgleichen. Die Verlängerung verlief torlos und im anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die Hausherren mit 7:5 durch.

Ob sich nun an diesem Sonntag im Verbandsligaspiel am Merseburger Ulmenweg zwei Teams auf Augenhöhe gegenüberstehen, beantwortete Nullfünf-Torwarttrainer Daniel Zschiesche relativ vorsichtig. „Beide sind aktuell gut unterwegs und in dieser Partie werden Kleinigkeiten entscheiden. Gelingt es uns, nahtlos an die Leistung im Pokal anzuknüpfen, dann ist es machbar, etwas Zählbares mitzunehmen“, so der 43-jährige, der aus Erfahrung spricht und schon einiges in seiner Karriere als aktiver Kicker erlebt hat.

Und er wird dabei verbal unterstützt vom aktuell verletzten (Rippenbruch) Routinier Sören Barabasch. Der 37-Jährige ist in seiner Gegner-Analyse genauso vorsichtig. „Der VfB hat einen Punkt mehr als wir auf dem Konto und wer sich ebenfalls gegen einen Oberligisten durchgesetzt hat, ist hoch motiviert und sprüht genau wie wir vor Selbstvertrauen. Ergo, nur mit Demut und einer hohen Konzentration können wir unsere Ziele erreichen“. Das erklärte Ziel der Nullfünfer heißt nach wie vor in der Liga-Spitzengruppe dabei zu sein.