Fußball-Verbandsligst SV Dessau 05 erlebt am Sonntag beim VfB Merseburg einen bitteren Nachmittag. Trotz Führung und personeller Überzahl verlieren die Gäste das Spiel mit 1:2 (1:1).

Wie nah Freud und Leid beieinanderliegen liegen, diese Erfahrung haben die Verbandsligafußballer des SV Dessau 05 am Sonntagnachmittag gemacht. Sie verloren das Topspiel des siebten Spieltags beim VfB Merseburg mit 1:2 (1:1). Es ist die dritte Auswärtsniederlage in Folge für den aktuellen Tabellenfünften aus dem Schillerpark. Damit hat sich der Abstand zur Tabellenspitze vergrößert. Jetzt heißt es, die Kräfte zu bündeln, um nicht in das bedeutungslose Mittelfeld durchgereicht zu werden.

Nach der Euphorie des Landespokalsieges in der Vorwoche über den Oberligisten SSC Weißenfels landeten die Nullfünfer am Sonntag am Merseburger Ulmenweg hart im Liga-Alltag. Es war eine unglückliche Niederlage. Vermeidbar, weil die Gäste klare Chancen sträflich liegen gelassen haben und mit zwei kapitalen Fehlern dem Gegner den Weg zum Sieg ebneten. Nachdem Elia Friebe seinen Qualitäten als Torjäger in der 18. Minute unter Beweis stellte und die Führung für die Dessauer erzielte, bestimmten sie klar das Geschehen vor den 163 Zuschauern. Merseburg kam überhaupt nicht ins Spiel. Bis zur 45. Minute bestand kaum Gefahr für die Dessauer. Nach einem Foul am Mittelkreis ließ der Schiedsrichter, trotz Protesten, das Spiel weiter laufen. Max Scheibe schaltete am schnellsten und traf mit dem ersten Schuss auf das Nullfünf-Gehäuse ins untere Eck zum 1:1-Ausgleich. „Das war unnötig und ein Geschenk. Wir waren kurz unsortiert und das hat gereicht“, ärgerte sich Nullfünf-Keeper und Mannschaftskapitän Nico Becker.

Der zweite Durchgang verlief fast identisch, die Gäste wollten den Siegtreffer und die Platzherren lauerten auf Konterchancen. Eine Stunde war gespielt und der Merseburger Moritz Kothe wurde wegen Nachtretens mit glatt Rot zum Duschen geschickt. Mit einem Spieler mehr auf dem Platz sollte nun endlich der Dessauer Siegtreffer her. Pustekuchen, irgendwie im Gewusel vor dem Gästestrafraum kam erneut Scheibe (69.) in Ballbesitz, zog einfach ab und der VfB hatte trotz Unterzahl das Spiel gedreht.

Ein Sturmlauf der Nullfünfer begann. Sie wollten wenigstens einen Punkt retten. Die wohl größte Chance dazu hatte in der 73. Minute Niklas Mieth. Der 22-Jährige bekam den Ball hervorragend von Friebe serviert und brachte es fertig, fast unbedrängt das Spielgerät aus zirka sechs Metern über das Tor zu bugsieren. „Den muss ich einfach machen und da gibt es auch nichts zu entschuldigen“, nahm sich Mieth selbst in die Pflicht. Derweil resümierte Nullfünf-Trainer Dimitrios Mitsis: „Mit dem Ergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden. Wir haben heute die nötige Konsequenz vermissen lassen. Die Gegentreffer aus dem Nichts tun verdammt weh.“

SV Dessau 05: Becker − Biriuk, Singbeil, Litzenberg, Werthmann (72. Amededjisso), Friebe, Erhardt, Hajowsky (64. Mieth), Bauer, Pälchen, Baumgart